Ein kurzer Brief an/von Angela Merkel

Angela Merkel und ich

In meinem Hobbie, dem geselligen Schreiben mit Martina Flück entstand eine Challenge:

Schreibe das ABC untereinander

Überlege dir zu jedem Buchstaben eine Person, oder Figur, die dich im Leben nachhaltig geprägt hat

Suche dir jetzt eine davon aus und schreibe ihr einen Brief, weshalb sie dich geprägt hat

Wenn du möchtest, teilen wir danach unsere Gedanken

Gesagt, getan. Im geselligen Schreiben geht es nicht um denken, es geht darum, dass das dein Stift ohne denken über das Papier gleitet. Erst dannach widmen wir uns dem geschriebenen und spielen mit Gedanken und Worten weshalb es wohl zu diesem Text kam.

Heute steht in meinem People ABC ganz oben ANGELA MERKEL. Zugegeben, im ersten Moment weiß ich gar nicht, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Und dennoch, da steht ihr Name in großen Buchstaben. Und ich entscheide mich heute mit Angela zu gehen. Eine Runde über mein Papier, durch mein Gedanken Labyrinth. Etwa eine viertel Stunde lang scheibe ich auf weshalb und wieso ihre Perönlichkeit, so wie ich sie aus der Ferne beobachten konnte über die Jahre, mich nachhaltig prägte und weshalb ich ihr meinen Dank aussprechen möchte.

Als wir unsere Texte teilen, sagt Martina: “Annika, wieso schickst du das nicht ab? – das ist wunderbar und solche Post bekommt sie sicher nicht alle Tage.”

Ja- wieso eigentlich nicht. Es gibt nichts zu verlieren. Also sende ich den Brief mit einer kurzen Erklärung wie es dazu kam an die Bundeskanzlerin a.D.

Und siehe da, einige Wochen später erhalte ich eine Antwort mit dem Dank über meinen Brief der Frau Merkel gefreut und bewegt hat und mit den besten Wünschen für meine Zukunft. Zwar nicht direkt von ihr, aber ich bin sicher, sie hat es gelesen. Denn solche Post, bekommt man nicht alle Tage…

Ob es einen Unterschied in meinem Leben macht?- ich habe eine Weile darüber siniert und komme auf ein klares Ja! Denn in den meisten Fällen lassen wir als Mensch und Gewohnheitstier die Finger von unbekannen Ergebnissen. Wir sind Meister darin uns selbst klein zu reden und bleiben lieber beim alt bewährten, da wissen wir woran wir sind. “Wo soll das schon landen? Das liest eh niemand? Was soll das bringen?…”

Sicherheitsfloskeln aus der Komfortzone!

Der Unerschied liegt für mich darin, dass ich einen Schritt über meine Komfortzone gegangen bin. Zugegeben, die Gefahr mehr als gering und dennoch…

Der Unterschied ist, ich habe es per Post abgeschickt und den irritierten Gesichtsausdruck der Dame hinter dem Schalter genossen, als ich sagte: “den hier mit Einwurfeinschreiben bitte!”

Der Unterschied ist, ich habe doch ein Quäntchen Mut gebraucht, weil ja – ich ein bisschen aufgeregt war ob da etwas zurück kommt.

Der Unterschied ist, ich habe eine Antwort erhalten.

Ich wurde gesehen. Ich habe mich bemerkbar gemacht – meine größte Unsicherheit – bemerkbar sein! Kurios nicht?!

Und der Unterschied liegt darin, ich habe vermutlich einem Menschen, der nicht wusste das es mich gibt, ein Schmunzeln ins Gesicht gezaubert mit meinen Worten der Wertschätzung.

Das ist es, wofür ich jeden Tag aufstehe. Für mich und für dich.

annican